Rosé ist längst mehr als der unkomplizierte Terrassenwein, als der er lange belächelt wurde. Hinter der zartrosa Farbe steckt echtes handwerkliches Können – und ein Weinstil, der in den letzten Jahren enorm an Qualität und Ansehen gewonnen hat. Entgegen einem verbreiteten Irrtum entsteht Rosé in Europa nicht durch das Verschneiden von Rot- und Weißwein: Er wird aus roten Trauben gekeltert, deren Most nur kurz mit den Schalen in Kontakt bleibt. Je nach Dauer dieser Mazeration reicht das Farbspektrum von blassem Lachsrosa bis zu kräftigem Himbeerrot.

Die unangefochtene Referenzregion ist die Provence: Ihre hellen, trockenen Rosés aus Grenache, Cinsault und Syrah stehen für Frische, feine Frucht und salzige Mineralität. Doch auch andere Regionen haben eigenständige Stile entwickelt – vom kräftigen Tavel an der Rhône über spanische Rosados aus der Rioja bis zum deutschen Weißherbst aus Spätburgunder. Gute Rosés sind präzise, ausdrucksstark und erstaunlich vielseitig zum Essen: Sie begleiten mediterrane Küche ebenso souverän wie Gegrilltes oder asiatische Gerichte.

Das Sommerwein-Klischee greift also zu kurz. Hochwertiger Rosé funktioniert das ganze Jahr – und gereifte Spitzenrosés aus der Provence oder von Bandol beweisen sogar Lagerpotenzial. In unserem Rosé-Hub erklären wir Herstellung, Stile und die wichtigsten Regionen. Wer die Ausgangsrebsorten näher kennenlernen möchte, findet sie in unserem Überblick der Rebsorten – und prickelnden Rosé behandeln wir auch im Bereich Champagner.